1968 – 2017

49 Jahre Les Patrons

Im Jahre 1968 machten sich fünf Musiker auf, um eine Tanz- und Unterhaltungskapelle zu gründen. Klaus Steyer (Schlagzeug) bis 1974, Ferdi Müller (Saxofon) bis 1974, Klaus Hilger (Bass u. Gitarre) bis 1973 Wigbert Klingler (Orgel) bis 1970 sowie Ernst-Ludwig Scholl (Gitarre) bis 1971. Sie gaben der Band den Namen „Les Patrons“, abgeleitet aus der Textpassage eines französischen Chansons. Das Markenzeichen war und ist bis heute noch die schwarze Melone.

Les Patrons 1968 auf der Burg Klopp

Die “Melonenköpfe” 1968

1970 schied Wigbert Klingler als Organist aus. Für ihn kam Berthold Theis der bis 1988 bei Les Patrons die Keyboards bediente. Die bis dato als Quintett agierende Tanzband wurde 1971 um einen kompletten Bläsersatz ergänzt. Kurt Braun (Saxofon und Trompete) bis 1978, Jürgen Kunz (Posaune und Trompete) bis 1974 und Werner Hillesheim (Trompete und Saxofon) bis 1982 sowie Günther Haas (Posaune) von 1974 bis 1976 sorgten dafür, dass das Repertoire um Stücke von Bands wie Chicago, Blood Sweat & Tears und Ekseption erweitert werden konnte. In der Zeit zwischen 1971 und 1972 spielte außerdem noch Wolf Söngen das Saxofon.

Les Patrons 1970 auf der Bühne

1970

Nach dem Ausscheiden von Ernst-Ludwig Scholl im Jahr 1971 übernahm zunächst Franz Huber den Bass und wurde 1973 dann durch Jens Schünemann ersetzt. 1974 ersetzte dann der „kleine Bruder“ von Berthold, Rigobert Theis, den Schlagzeuger Klaus Steyer. Rigobert gehört der Band als „Dienstältester“ seit nunmehr 43 Jahren an.

Etwa zur selben Zeit gründeten Stefan Fartak, Manfred Kraus, Hansi Nick und Friedel Nau die Band „Tel Aviv“. Trotzdem wünschte sich Stefan, der schon in den Jahren zuvor, damals als wohl jüngster Gast von Les Patrons, bei deren Auftritten rund um Bingen immer auf die Bühne starrte, einmal den Platz des Les Patrons-Drummers einzunehmen. Auf dem Rheingoldturnier des Fußballvereins Hassia Bingen hörten ihn Berthold Theis und Jens Schünemann, zum ersten Mal spielen und singen. Allerdings löste sich die Formation von „Tel Aviv“ Ende 1976 wieder auf. Manfred und Stefan gingen wieder zurück zum FK-Swingtett, welches unter der Leitung von Freddy Kluge spielte.

Les Patrons Gruppenbild zum 10-Jährigen Jubiläum

1978: 10 Jahre Les Patrons

Kurz vor Jahresende 1976 standen Berthold und Jens dann vor Stefans Haustür und heuerten Ihn als Drummer für Les Patrons an. Sie baten ihn Rigo, der mittlerweile den Einberufungsbescheid zur Bundeswehr erhalten hatte für die 18-monatige Dauer des Wehrdienstes (ja liebe Kinder, damals dauerte das noch so lange) zu ersetzen. Jetzt war die Chance seines Lebens gekommen. Trotzdem machte er aber den Wechsel zu der wohl heute bekanntesten Tanzkapelle im ganzen Rhein-Nahe Raum, von einem dauerhaften Einsatz über diese Zeit hinaus abhängig. Stefan machte den Vorschlag, die Fähigkeiten an seinem Zweitinstrument der akustischen Gitarre zu intensivieren und bat Rigo seine Aktivitäten auf der Posaune und am Keyboard auszubauen. Gleichzeitig sollte Manfred Kraus an der Gitarre künftig den Part von Hubert Dieter übernehmen, der von 1973 bis 1977 Mitglied der Kapelle war. Die Band stimmte zu; schon bald begannen die Proben. Manfred und Stefan mussten allerdings noch ihre Zusage, die komplette Fastnachtssession 1977 mit dem FK-Swingtett zu spielen, erfüllen.

Am 18.03.77 war es dann soweit. In Buch im Hunsrück, in der Tanzbar Hummes standen Les Patrons zum ersten Mal in der neuen Formation, in welcher Berthold und Rigobert Theis, Jens Schünemann, Kurt Braun, Werner Hillesheim, Manfred Kraus und Stefan Fartak aktiv waren, gemeinsam auf der Bühne. Ende 1978 verließen Manfred Kraus und Jens Schünemann die Band. Jens wurde am Bass von dem inzwischen verstorbenen Arthur Hassemer ersetzt. Seine zusätzlichen Aufgaben als Manager wurden von diesem Zeitpunkt von Berthold Theis und Stefan Fartak gemeinsam übernommen. Stefan erfüllt diese Aufgabe bis zum heutigen Tag. Für Manfred Kraus kam 1978 Gerhard Kunz als Gitarrist zu Les Patrons. Den Verlust von Arthur Hassemer als Bassisten glich Friedrich Völker aus.

Les Patrons 1982 am Rhein-Nahe-Eck

1982 am Rhein-Nahe-Eck.

Im Jahr 1981 kam für den ausscheidenden Werner Fröhlich, den Meisten einfach als „Happy“ bekannt Hans-Jörg Haas mit zarten 15 Jahren „Lebenserfahrung“ in die Band. Er ist bis heute der einzige studierte Berufsmusiker, der an fast allen Instrumenten von Les Patrons zu Hause ist. 1982 kam dann noch Heinz-Peter Germeroth in die Combo und löste als Bassist Friedrich Völker ab. Heinz-Peter und Hans-Jörg standen vorher schon gemeinsam mit der Band „Wavelights“ auf der Bühne.

1985 verließ Gitarrist Gerhard Kunz die Formation; er entschied sich für den Weg in die berufliche Selbstständigkeit und wurde von Andreas Fartak, dem jüngeren Bruder des Schlagzeugers Stefan Fartak ersetzt. Ähnlich wie bei den Bee Gees oder den Beach Boys standen nun aus den Familien Theis und Fartak erstmals zwei Brüderpaare in einer Band auf der Bühne.

Les Patrons 1986 im Fotostudio

1986

Als im Jahr 1988 Hans-Jörg Haas als Wehrpflichtiger zum Stabsmusikchor der Bundeswehr musste, sprang als Ersatz für ihn Gerhard Rösch als Keyboarder und Gitarrist ein. Er spielte bis dato in den Binger Coverbands „Logo“ und „Florida“, die er Anfang der 80er unter anderem gemeinsam mit Andreas Fartak der damals noch als Schlagzeuger spielte, gründete. Gerhard übernahm dann, im Anschluss an Hansis Bundeswehrzeit den Job des Keyboarders Berthold Theis, der nach 18 Jahren aus der Band ausschied. Gerhard verließ die Les Patrons nach 26 Jahren zum Winzerfest 2014.

In den folgenden Jahren wechselten von der Stammbesetzung nur noch die Gitarristen. Für den Bruder von Stefan, Andreas Fartak, der nach seinem Studium eine Stelle in Nürnberg bekam und für den nach 15 Jahren als Gitarrist bei Les Patrons die langen Fahrten am Wochenende nicht mehr so einfach möglich waren sprang Peter Kammritz ein, der schon vorher am Mischpult für den Sound zuständig war. Für Peter Kammritz als Gitarrist kam 2004 Walter Slansky, der vielen auch als Gitarrist der Tanzband „Family“ ein Begriff ist, zu Les Patrons.

Von der Möglichkeit, den typischen Les Patrons Sound durch eine weibliche Stimme zu ergänzen, machte die Band ab 1977 Gebrauch. Die Belgierin Hedy Raspoet sang von 1977 bis 1979. Die aus San Remo/Italien stammende Vanna D’Ambrosio Graetz, verzauberte von 1987–1996 Ihr Publikum und wurde ab 1996 von Katja Kunz, die von „Ihren Jungs“ auch zärtlich „Janis Joplin vom Mittelrhein“ genannt wird, ersetzt. Die Vokalistinnen waren bzw. sind für die Band bis heute immer ein belebendes Element.

Les Patrons 1988 mit Sängerin Vanna D’Ambrosio Graetz

1988 mit Sängerin Vanna D’Ambrosio Graetz

Ab 1988 bediente Manfred Kraus, der schon in den Anfangsjahren als Gitarrist für Les Patrons spielte, erstmals das Mischpult vom Saal aus, weil durch die Vielfältigkeit der einzelnen „Patrons“ (jeder spielt mindestens zwei bis drei verschiedene Instrumente), das Abmischen des Sounds von der Bühne aus nur noch schwer zu realisieren war. 1993 wurde Manfred Kraus von Peter Kammritz abgelöst. Seit 1999 ist Günter Christ von der Sound-Clinic Ingelheim für den Sound verantwortlich. Mit ihm wurde dann auch das Mixing auf Digitaltechnik umgestellt, was mit einem wesentlich transparenteren Klang belohnt wurde.

Als Manager waren für die Band Gerd Röhr, Ferdi Müller, Jens Schünemann und Berthold Theis tätig. Kassiert haben Willibald Kauer, Norbert Fetzer sowie Franz Mayer. Die Arbeit des Managements wird seit nunmehr über 20 Jahren vom Schlagzeuger der Band, Stefan Fartak erledigt. Ab 1975 übernahm Dietmar Theis, Bruder von Berthold und Rigobert die Kasse der Band. Bei dieser Arbeit wurde er dann ab 1981 von seiner Ehefrau Christa Theis, welche im Juni 2007 nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb unterstützt. Somit ist Dietmar Theis seit 38 Jahren mit dieser äußerst verantwortlichen Tätigkeit bei Les Patrons betraut. Er ist damit außer seinem Bruder Rigobert, am längsten in die Band involviert.

Les Patrons mit den Ehemaligen zum 25-jährigen Jubiläum

1993: Les Patrons mit den Ehemaligen zum 25-jährigen Jubiläum

Nachdem Anfang der 80iger Jahre die Hallen, in denen Les Patrons spielte, immer größer wurden, somit auch das Bühnenequipment immer mehr und größer wurde, holte man sich zur Verstärkung des Teams Roadies hinzu, die insbesondere die Arbeiten des Auf- und Abbauens sowie die einzelnen Musiker bei Ihrer Arbeit unterstützten. Chefroadie war von 1985 zunächst Thomas Schmitt, der von Thomas Novak, Richard Pletz und Martin Zell unterstützt wurde. Ab 1990 kam zum Roadie-Stammteam noch Dieter Hellmeister dazu. Dieter Hellmeister ist heute Chef der Roadie-Truppe und insbesondere für die Koordination der zusätzlichen Roadies zuständig. Hierzu zählen zurzeit Martin Huber, Tim Rösch und Pascal Pesch, welcher besonders für das Lichtequipment zuständig ist.

Ein ganz besonderer Dank an dieser Stelle gebührt Lia Fartak, der Mutter von Stefan und Andreas, die der Band im Keller Ihres Hauses seit 1978 den Proberaum unentgeltlich zur Verfügung stellt und sich an den Proben von  Les Patrons wöchentlich „erfreuen“ darf.

Durch ihre handgemachte Musik wurde man auf die Band nicht nur im ganzen Rhein-Main-Nahe Gebiet, sondern in der gesamten Bundesrepublik aufmerksam. Auch in Holland, Österreich und Frankreich machte Les Patrons Station.

Zu den musikalischen Highlights gehören unter anderem das Waldfest in Bingen-Dromersheim wo sie schon mit international bekannten Acts wie Purple Schulz, Climax Blues Band oder Spider Murphy Gang gespielt haben, das Johannisfest in Mainz auf dem Bischofsplatz oder das Binger Winzerfest. Weit über die Grenzen des Landes ist aber die einmal im Jahr stattfindende Riverboat-Shuffle auf dem Rhein bekannt. Hierzu kommen jedes Jahr Gäste aus ganz Europa.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in der Geschichte von Les Patrons war 1996 ein gemeinsamer Auftritt mit Tony Sheridan, den die Beatles zu Anfang ihrer Karriere 1961 in Hamburg begleiteten. Ebenfalls unvergesslich bleibt ein Gastspiel mit dem Keyboarder der Rolling Stones und Eric Clapton, Chuck Leavell auf dem Rotweinfest in Wallhausen 2004.

Grundgedanke in den vergangenen 49 Jahren Les Patrons war es immer, mit ihrer Musik die Herzen der Zuhörer zu treffen. Die Hoffnung, dass die „Tanz und Coverband vom Rhein-Nahe-Eck“ noch einige Jahre vielen Menschen Freude bereitet und man gemeinsam mit den treuen Fans im Jahre 2018 auch den 50. Geburtstag gemeinsam feiern kann!

Les Patrons 2014

Les Patrons im Jahr 2014

Kommentar

  1. Hallo und Boa noite!

    Selbst in Portugal denkt man noch an euch und spricht über die Les Patrons – meine Cousine Christiana ist auch gerade da. Irgendwie muss ich es doch einmal so einrichten, dass ich Euch wieder höre, vielleicht bei meinem nächsten Deutschland-Urlaub, denn ihr habt wichtige Jahre in Bingen belgeitet.

    Liebe Grüsse, besonders an Stefan und Andreas und alls weiter so!!
    Annegret
    Praia da Luz, Algarve

  2. Hi Patrones,

    Ich hab bis 1999 in der Nähe von Bingen gewohnt und sehr viele Konzerte von euch besucht. Ihr habt meine Jugend begleitet. Toll, das es euch noch immer gibt!!! Ein besonderer Gruß geht an HansJörg, der mir mit viel Geduld einige Jahre Orgelunterricht gab. Und man höre, ich spiele noch immer. Euch weiterhin viel Erfolg und liebe Grüße aus Hamburg
    Sendet
    Tanja Bieser

  3. Hallo und guten Tag,

    die Erinnerung an die Tanzbar Hummes teile ich mit Euch. Für uns Bucher ging eine Ära zu Ende, als die Tanzbar irgendwann Mitte der Achtziger zu einer Disco umfunktioniert wurde und wenige Jahre später abbrannte.

    Natürlich erinnern wir uns noch sehr gut an “Les Patrons” und den unvergleichlichen Sound.

    In diesem Zusammenhang wollte ich fragen, ob Ihr in Eurem Archiv evtl. Fotos aus dieser Zeit in der Tanzbar Hummes aufbewahrt. Es gibt so gut wie keine Bildaufnahmen und wir wären sehr froh, eine positive Antwort von Euch zu bekommen.

    Viele Grüße

    Birger Boos

  4. Hallo Stefan, hallo “Patrone” !

    Wünsche euch weiterhin viel Erfolg und Spass mit Eurem treuen Fan- Club! Die Band war immer ein highlight unter vielen Mitbewerbern die durch ihre Musikalität und gute Coverversionen hervor stach…..

    Habe Euch öfters auf Veranstaltungen besucht und meinen Kollegen Stefan gerne singen gehört…leider kann ich das Haus nicht mehr verlassen, erinnere mich aber gerne an früher und Euch!

    Liebe Grüße
    Kurt

    ( 30 Jahre Sänger und Drummer in diversen Bands in Wiesbaden)

  5. Habe heute nach langer Zeit die Bilder angeschaut von der Gründung bis diesem Tag. Freunde haben sich etwas verändert aber die Musik nicht. Wenn ich wieder Zeit habe, besuch’ ich euch mal. Grüße aus Basel CH, freue mich schon auf 2018. Franz

  6. Hallo Les Patrons,
    Respekt und Anerkennung für Eure Leistungen! Die 50 schafft ihr allemal! Ich behaupte sogar, dass auch die 60 kein Hindernis für euch ist! Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und viel Spaß beim Musik machen!
    Viele Grüße an alle! :)
    Alex / Schlagzeuger von online

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